2007

Eine mit Plexi­glas verschweißte und montierte (MDF) Photo­gra­phie: Höhe 64 cm x Breite 101,6 cm (Edition 7)
(Edition 7: Höhe 32 cm x Breite 50,8 cm)

Versi­che­rungs­wert 2.000 Euro

Konzept Tanya Ury

Kamera David Janecek

Digi­tale Bear­bei­tung Claudia Stasch

Doppel-Porträts – Eine Werk­serie:

Auf der linken Seite der Photo­gra­phie Du bist Einstein, ist die Künst­lerin Tanya Ury abge­bildet mit Pfeife; ihr Gesicht ist dem Betrachter zuge­wandt, wobei die Augen nach rechts schauen. Digital in die Photo­gra­phie einge­baut, befindet sich auf der rechten Seite eine Abbil­dung von Albert Einstein selbst mit Pfeife – nicht ein Double, wie in Urys Arbeit doo bee doo. In diesem Doppel-Porträt ähneln jedoch auch Klei­dung und Pose Urys derje­nigen Einsteins; sie ahmt seinen Gesichts­aus­druck – ein Halb­lä­cheln nach.

Einstein wurde in Ulm geboren, so wie die jüdi­schen Groß­el­tern von Tanya Ury, Sigmar und Hedwig (gebo­rene Ullmann), die später Opfer der Nazis wurden. Dennoch nahm Tanya Ury, die in der zweiten Genera­tion in London geboren wurde, 1993 die englisch-deut­sche doppelte Staats­bür­ger­schaft an, – in jenem Jahr als sie auch nach Deutsch­land zog, um dort zu leben und arbeiten.

Der Titel Du bist Einstein bezieht sich auf die Plakat­wer­bung, die ein Einstein-Double zeigt, als Teil der TV-Kampagne Du bist Deutsch­land“. Kurz vor der Bundes­wahl 2005 war diese darauf gerichtet, posi­tive patrio­ti­sche Gefühle hervor­zu­rufen. Dass Einstein gewählt wurde, ein deut­sches Ideal zu reprä­sen­tieren, ist frag­würdig, weil der jüdi­sche Einstein 1933 aus Deutsch­land in die USA flüchten musste.



Präsen­ta­tion

2007 (11.3. – 9.4.) Connected, Grup­pen­aus­stel­lung, Eröff­nung 12 Uhr, Jüdi­sche Kultur­tage, Altes Museum im BIS-Zentrum Mönchen­glad­bach (D)

2007 (15.7. – 26.8.) Kunst­verein Rosen­heim Jahres­aus­stel­lung, Eröff­nung 14. Juli, Städ­ti­sche Galerie (D)

2007 (15.7. – 26.8.) Doppel­por­trät im Katalog des Kunst­ver­eins Rosen­heim Jahres­aus­stel­lung, Eröff­nung 14. Juli, Städ­ti­sche Galerie (D)

Presse

Die Kraft der Weib­lich­keit – Eine enorme Band­breite von Kunst hat Hubertus Wunschik in einer Grup­pen­aus­stel­lung inter­na­tio­naler Künstler im Alten Museum versam­melt. Die Ausstel­lung Connected“ verbindet Werke jüdi­scher und nicht-jüdi­scher Prove­nienz.

Von Dirk Richerdt – Samstag 10. März 2007 RHEINISCHE POST

Einen Blick­fang schon im Entrée des Bürger­hauses bilden die Foto­mon­tagen von Tanya Ury. Die 55-jährige jüdi­sche Künst­lerin, in London geboren, die seit 1993 in Köln lebt, hat eine Serie dialo­gi­scher Selbst­por­träts geschaffen: Zu sehen ist Ury zusammen mit ihren Vorfahren, darunter der deut­sche impres­sio­nis­ti­sche Maler Lesser Ury und die deutsch-jüdi­sche Schrift­stel­lerin Else Sara Ury. Und dann taucht Albert Einstein auf. Mit dem Wissen­schaftler ist Tanya Ury zwar nicht verwandt, aber das Bild mit dem Pfeife schmau­chenden Forscher und der Künst­lerin daneben, die in glei­cher Art wie Einstein eine (Pfeife) hält, hat skur­rile Ausstrah­lung. Direkt neben der ernst gemeinten Darstel­lung persön­li­cher Geschichte blitzt die Humo­reske auf. Tanya Urys mit Plexi­glas verschweißte Fotos nehmen der Ausstel­lung so eine gewisse Ernst­las­tig­keit…“

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…Mit der Frage der Iden­tität beschäf­tigen sich eindring­lich und witzig zugleich Tanya Urys Foto­ar­beiten Du bist Einstein“ und or else“. Bei denen sie nach­ge­stellte Foto­gra­fien zu den Original-aufnahmen stellt…“

Ein über­zeu­gendes Ja zur Kunst – Ein Rund­gang in der Städ­ti­schen Galerie durch die Jahres­aus­stel­lung des Kunst­ver­eins Rosen­heim, von Raimund Feichtner (mit Abbil­dung von Du bist Einstein“, 23.4.2007 Kultur in der Region, Verlags­haus Rosen­heim (D)

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