2005 

Photo­serie mit Text, Deutsch/​Englisch 

5 Bilder (6044cm insge­samt 9 Meter) auf UV Direct­print 3mm Dibond Alumi­nium (D).

Versi­che­rungs­wert: 50015 = 7500 Euro

Dual(national)ity wurde zuerst als Perfor­mance mit Dias präsen­tiert, dann in bedrucktem Format als acht A2-Poster (4259.4 cm) in 2002. 

Die Dual(national)ity-Bilder sind einer Post­karte entnommen, heraus­ge­geben von der deut­schen Bundes­re­gie­rung, anläss­lich der neuen Einbür­ge­rungs­rechte, die ab 1. Januar 2000 gelten. Die Post­karte zeigt Soon-Sa C.‘, eine südko­rea­ni­sche Frau, die seit Jahren in Deutsch­land lebt, und ihren deutsch‘-aussehenden Freund. Der Slogan auf der Post­karte lautet: Typisch Deutsch‘. Damit soll ausge­sagt werden, dass beide jetzt ihr Recht auf die deut­sche Einbür­ge­rung bean­spru­chen dürfen. Aber uns wird nur ein Teil der Geschichte erzählt. In einer zusätz­li­chen, in die Abbil­dungen inte­grierten Narra­tion offen­bart die Künst­lerin Tanya Ury eine uner­war­tete Wendung in der Geschichte der Post­karten-Entste­hung, auf Deutsch und dann auf Englisch.

Typisch Deutsch“ springt uns provo­kant in großen Lettern aus der Foto­serie Dual(nation)ality entgegen. Es ist ein Frag­ment der Geschichte, die Tanya Ury auf Alumi­ni­um­ta­feln von insge­samt neun Metern Länge erzählt. Der fort­lau­fende Text verfolgt eine wahre Bege­ben­heit, ein zufäl­liges Gespräch anläss­lich einer Post­karte, mit der die Regie­rung Schröder 2000 für ein neues Einbür­ge­rungs­ge­setz warb. Mehr­fach vari­iert Ury das vergrö­ßerte Karten­motiv, das Doppel­por­trät eines gemischten Paares“, einer Asiatin und eines vorgeb­li­chen Deut­schen, bis deren Gesichts­züge an Prägnanz verlieren. Sowohl poli­ti­sche Kampagne als auch natio­nale Zuord­nung werden immer frag­wür­diger. Die Künst­lerin, Autorin vieler Video­ar­beiten, zeigt auch hier Nähe zum Film: die flim­mernde Ober­fläche des Alumi­niums, das Zoom, den linearen Plot. Kurz erwähnt sie das Privileg ihrer doppelten Staats­bür­ger­schaft und gibt damit einen Hinweis auf ihr fami­liäres Schicksal als Jüdin, das alle ihre Arbeiten durch­zieht.

Susanne Grube, Kura­torin Künst­ler­forum Bonn 2005

Urys Photo­gra­phi­scher Zyklus Dual(nationa)lity präsen­tiert eine kriti­sche und subver­sive Sicht­weise auf der Konstruk­tion der Staats­bür­ger­schaft und ihre Reprä­sen­ta­tion in der Werbe­kam­pagne, welche die deut­sche Regie­rung auf den Markt brachte, um die deut­sche Staats­bür­ger­schaft, für Ausländer, zu beför­dern.“
1. Juli 2009 Pablo Markin
space­and­cul­tur­ebey­ondt… 

Infor­ma­tion
Deut­sche Version Tanya Ury und Rolf Steiner
Digi­tale Bild­be­ar­bei­tung David Janecek



Präsen­ta­tion

2000 Als Perfor­mance, Heimat Kunst, Haus der Kulturen der Welt, Berlin (D) 

2000 Als Perfor­mance, Centre for German-Jewish Studies, Sussex Univer­sity (GB) 

2000 Als Perfor­mance, Univer­sität Hildes­heim (D) 

2000 Als Perfor­mance, Ästhetik 1,2,3, 68Elf Galerie, Photo­szene, Köln (D) 

2002 Als Perfor­mance, Migra­tion, Arbeit und Geschlecht, Kongress, Berlin (D) 

2002 Grup­pen­aus­stel­lung, in Plakat-Form bei Europe Beyond Borders, City of Women, Medna­rodni Grafi­cini Likovni Center, Ljub­l­jana (SL) 

2003 Als Perfor­mance, Power and Respon­si­bi­lity, Bet Debora Konfe­renz, Berlin (D) 

2004 Grup­pen­aus­stel­lung, in Plakat Form, Sarah-Hagar: Reli­gion, Poli­tics, Gender. Inter-reli­gious/­cul­tural Project, Berlin (D). 

2005 (18.9. – 2.10.) Grup­pen­aus­stel­lung, Dual(national)ity Dibond Bilder, Contact – Context, Künst­ler­forum Bonn (D) 

2009 (2527.5) Auf A2 Papier gedruckt, Musra­raMix Festival 9 Foreign Work from Germany” in Queen Heleni Street, Jeru­salem (IL)
www​.goethe​.de/​i​n​s​/il/j…

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